Erst jetzt

Ich bin hier seit Äonen.
Äonen sind in mir.
Ich habe sie im Blick,
sie durchwirken sich.

Was ist Zeit?
Was soll das sein?
Nacheinander,
schöner Schein.

Mittelalter?
Inquisition.
Jetztzeitalter?
Abstrakt-Aktion.

Trennstrich

Ja, Schlimmes ist passiert.
Zieht seine Kreise weit.
Zu retten mich durch sie,
erfand ich einst die Zeit.

Doch sie heilte keine Wunden.
Aus Sekunden wurden Stunden.

So die Rettung tat sich auf:
Überlebe, kämpfe, lauf‘!

Überleben durft‘ ich wohl.
Gerettet ward ich nicht.

Aus Stunden wurde Jahre.

Man verstehe diesen Kniff:
Geschicke hat die Zeit im Griff.
Qual für Leib und Leben
soll’s alleinig gestern geben!

Suche ich die Rettung nun,
ist vor allem dies zu tun:
Das Ich im Einst ins Heute lenken,
Sicherheit zum Wohl ihm schenken.

Die alte Zeit, der alte Ort,
sollen bleiben immer dort.
Das kleine Ich darin, fürwahr,
darf mit mir kommen, wie es war.

Unbehelligt darf es reifen,
neuen, weiten Raum ergreifen.
Ob’s nun sterben will, gleich hier?
Endlich ist’s ein Teil von mir!

Trennstrich

Äonen sind in mir.
Sie durchwirken mich.
Heilung ist erst jetzt.
War in Vergangenheit verletzt.

Die Zeit, sie existiert nicht jetzt.
Das Jetzt, es existiert.
Doch nicht jetzt.

Erst jetzt.