Schutzgebet

Wie schützt man ein Gebet? Indem man es mit Liebe spricht.
Wie schützt sich ein Prophet? Indem er mit der Fehde bricht.
Wie hüte ich mich Selbst, mein Kind, mein Hab und Gut,
zu Tag, und besser noch zu Nacht, wenn alles ruht?

Halt ein! Welch Unbill fürchte ich?
Ist nicht alles recht um mich?

Ach, ich seh‘ sie trampeln, klappern, rasseln, hampeln,
die Schreckgespenster uns’rer Zeit!
Es wird Zeit dass man sie weiht
dem Zeitlichen.

Der Rat besagt:
Denk‘ um dich herum ein Ei!
Füll‘ es auf mit Licht.
Fern bleibt jeder Bösewicht!

So hübsch auch dieses Ei nun sei,
und sei es eine Zauber-Ei,
solange ich mit Gram mich trage,
lad‘ ich ein so manche Plage.

Eins nur, eins nur mir nützt – die Liebe ist’s, die mich beschützt.
So heg‘ ich sie um mich herum, tief in mir und schweige stumm.
Und leise, langsam eine Ahnung sprießt:
»Ich bin der Spalt, durch den sie fließt.«