Vom Ameisen Haufen

#232.01519, Associated Content Syndicators, compiled by fortress 11a on 2021/11/25

Based on material by Eva S., English-to-German retranslation sponsored by Braindroid Implantations Inc.

Wer oder was ist Gott? Was ist Liebe? Fragen dieser Art stellte ein Forscher Team der Universität Willbington an ein Ameisen Volk. Halten Sie sich fest! Die Antworten zeugen von einer Intelligenz, wie sie der Mensch gemeinhin nicht erreicht. Dem renommierten Ant Thropologen A. Tomatio zufolge sei es wichtig, bei der Interpretation der Forschungsergebnisse nicht dem so genannten Prä/Trans Irrtum zu verfallen. Die Intelligenz der Ameisen sei zwar prärational, jedoch sozialer ausgerichtet als das durchschnittliche Bewusstsein der Menschheit. Die Studie zeige eine enorme Entwicklungsperspektive auf: Erreiche der Mensch ein ameisenähnliches Bewusstsein auf trans-rationaler Stufe, seien die gegenwärtigen Probleme internationalen Ausmaßes null und nichtig.

Willbington, November 2021. Bei den Versuchs Tieren handele es sich um ein Volk von ca. drei Millionen Schwarzen Wegameisen. Wie sie konkret mit ihnen kommunizieren, sei den einschlägigen Vorgänger Publikationen zu entnehmen, erklären die Forscher rund um Tomatio. Um mit den winzigen Tierchen in möglichst natürlicher Umgebung arbeiten zu können, bleibe der Bau an Ort und Stelle. Die Entwicklung der psychophysischen Sensoren habe zwar mehr als fünf Jahre gedauert. Doch nun sei es gelungen, rund um den Ameisen Haufen ein sensitives Feld zu errichten, welches das Spektrum von Theta 1 (physiologische Vorgänge) bis Kappa 3 (emotionale Vorgänge) abdecke. Als Anreiz habe man die Insekten mit Ameisenknödeln ködern müssen. Dennoch sei es auf Grund der quantenphysikalischen Unschärferelation unmöglich gewesen, einzelne Tierchen getrennt voneinander zu befragen. Auf alle Fragen, wie zum Beispiel »Wer oder was ist Gott?«, habe es daher stets nur eine Antwort in Pluralform mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gegeben. Dies stelle bereits einen ersten wesentlichen Unterschied zu einer Befragung unter Menschen dar: Pro menschliches Individuum seien statistisch ca. 1,43 Antworten auf eine Frage zu erwarten.

Insofern lassen die Ergebnisse auf ein kollektiv ausgerichtetes Bewusstsein der Ameisen schließen. Die vorgenannte Frage nach Gott haben die Ameisen mit 76% Wahrscheinlichkeit in etwa so beantwortet: »Wir sind unendlich viele Beinchen, die sich wie von einer höheren Macht gesteuert stets dort hinbewegen, wo sie benötigt werden.« Hätten Sie, werter Leser, diesen unscheinbaren Lebewesen eine derart philosophisch anmutende Antwort zugetraut?

Die Forscher resümieren, dass Ameisen die spezifische Beschaffenheit ihres Organismus, wie ihres Daseins im Allgemeinen, auf alles Unbekannte projizieren. Dies präge den Begriff der so genannten ameiso-zentrischen Weltsicht – oder wissenschaftlicher – der myrmekto-zentrischen Weltsicht (von griech. μύρμηξ / mýrmēx = Ameise). Innerhalb der myrmekto-zentrischen Weltsicht stehe das soziale Gesamtgefüge des Ameisen Staats unverrückbar im Mittelpunkt. Alles Streben einer Ameise sei auf diesen Mittelpunkt ausgerichtet, indem sie zum homöostatischen Ausgleich innerhalb der Biosphäre ihres Volkes beitrage. Dies sei für eine Ameise ein »Gottesdienst« im wahrsten Sinne des Wortes. Tomatio illustriert dies an einem Beispiel: »Wenn ein Mensch unter seiner Arbeitslast stöhnt, empfindet sein wohlhabender Nachbar Schadenfreude, weil er sein Geld für sich arbeiten lassen kann. Wenn eine Ameise ein Beuteobjekt vorfindet, das für sie zu groß ist, empfindet der gesamte Ameisen Staat ein unspezifisches, vage lokalisiertes Unwohlsein. In kollektiver Intelligenz eilen weitere Ameisen herbei, um beim Tragen zu helfen.« Tomatios Anliegen sei es nicht, eine moralische Überlegenheit der Ameisen gegenüber den Menschen zu postulieren. Vielmehr sollen die Forschungs Ergebnisse der Menschheit einen Anstoß zur sozialen Weiterentwicklung geben, um flächendeckendes trans-rationales Bewusstsein überhaupt erst zu ermöglichen. So sei die Evolution der Spezies insgesamt behindert, wenn die Kluft zwischen der horizontalen und vertikalen Entwicklungsachse zu groß werde, wie von führenden Theoretikern hinreichend bewiesen worden sei.

Die Betrachtung der horizontalen Achse führt zu einer weiteren wichtigen Frage, welche die Insekten beantwortet haben: »Was ist Liebe?« Die zu 98% wahrscheinliche Antwort sei für Tomatios Team überraschend gewesen: »Wir sind unendlich viele Beinchen, die sich wie von einer höheren Macht gesteuert stets dort hinbewegen, wo sie benötigt werden.« Erwartet hätten die Forscher eine Antwort wie: »Larven machen.« Tomatio zufolge sei ein methodischer Fehler auszuschließen. Tatsächlich haben die Ameisen die Frage nach Liebe identisch zur Frage nach Gott beantwortet. Einer der Forscher erklärt: »Wir sehen im Ameisen Staat einen perfekt organisierten Organismus, der innerhalb seiner eigenen Dynamik stets das Gleichgewicht der göttlichen Liebe aufrechtzuerhalten weiß.« Abermals ergänzt Tomatio, was »Mensch« davon lernen könne: »Wenn wir einen – zugegebenermaßen nicht ganz zulässigen Vergleich – eines Ameisen Staats mit unserer globalisierten Wirtschafts Welt anstellten, müssten wir zugeben, dass im Ameisen Staat nach liebevolleren Gesichtspunkten gewirtschaftet wird.«

Doch auch kritische Stimmen melden sich zu Wort. Tomatio & Co. seien ihrer eigenen anthropo-zentrischen Sichtweise auf den Leim gegangen, bemerkt beispielsweise der Bielefelder Professor W. Killber. »Sie projizieren ihre unbewussten Ansichten auf Hautflügler. Insofern schlummert in den Damen und Herren wohl trans-rationales Bewusstsein, zu dessen Erforschung sie aber ihre Haustierchen brauchen.« Außerdem gebe es Ameisenarten, die Sklaverei betreiben. Killber kommentiert: »Dies passt wohl nicht ganz in Tomatios Vision einer ethisch einwandfreien Ameisenschaft.«

Den Kritisierten indes ficht dies nicht an. Er ist gerade dabei, der Welt seinen myrmekto-zentrischen Coaching Ansatz angedeihen zu lassen. Der »Trans-Rational Approach to Ant-based Systemic Healing« (TRAASH) verhelfe zu einem ganzheitlicheren Umgang mit mikrokosmischen Subjekten jeglicher Art. Erste Erfolge kann der selbst ernannte Coach bereits vorweisen: Das beim Coaching eingesetzte Pheromon-Spray TRAASH 1 findet auch in Parfümerien reißenden Absatz.

Anmerkung: Die vollständigen Ergebnisse der Studie können Sie direkt in Ihr Gehirn laden. Die kostenpflichtige TRAASH App verfügt über einen Ameisen Erlebnis Modus, in dem Sie Ihr Gefühlsleben auf das einer Ameise umstellen können. Leider existiert die App derzeit nur für das englisch-sprachige Braindroid 0.21. Eine Version für deutsch-sprachig formatierte Gehirne wird nicht vor Jahresende erwartet.

Für Mani in aufrichtiger, unsatirischer Hochachtung