Zeitenreich

Im Reich der Zeit war ich gehetzt!
Musste erst das Eine leben,
schnell dann nach dem Ander’n streben.
Ein Hin-und-Her in einem Leben,
als würd’s genug der Zeit nicht geben.
Vom einen auch zum ander’n Leben
war’s ein Hü-und-Hott-Bestreben.
Doch selbst an einem einz’gen Tag
ging’s immer wieder auf und ab.

Ob Mann, ob Frau, bös‘ oder gut
Alt, jung, elend, frohgemut,
mal unter’m Joch, mal an der Macht –
mit allem hab‘ ich Zeit verbracht!

War am Verlieren, dann am Gewinnen,
was drauß‘ nicht ist, versteckt sich drinnen!
Und immer wieder kam ich her,
bis ich sagt‘ »Ich mag nicht mehr!«

War dies und das im Zeitenreich
war’s nach und nach und doch zugleich.
So wurd‘ ich bald an Zeiten reich
bis ich sagt‘ »Jetzt ist’s mir gleich!“

Im Reich der Zeit war ich gehetzt!
Im Reich der Zeitgleichheit gibt’s nur –

das Jetzt.